Psychotherapie bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen
 

Das Angebot der Praxis richtet sich an Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres (in Ausnahmefällen oder bei bereits begonnener Therapie auch darüber hinaus). Die Eltern können dabei im Rahmen so genannter "Bezugspersonensitzungen" unterstützt werden. (-> Download: Ratgeber Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie).

Es werden Einzel- und (bei entsprechender Indikation) Gruppenbehandlungen angeboten. Die Therapiesitzungen finden in der Regel 1 x wöchentlich oder 14tägig jeweils 50 Minuten (bei Gruppentherapie: 100 Min.) statt.

Die Praxisinhaberin Gabriela Pflüger verfügt über eine Fachkunde in Verhaltenstherapie und über eine Fachkunde in tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie. Welches Verfahren für die Behandlung gewählt wird, hängt vom individuellen Fall ab.

In der Verhaltenstherapie geht man davon aus, dass psychische Beschwerden aus bewussten und nicht-bewussten Lernprozessen resultieren. Man entwickelt zu Beginn der Behandlung ein Störungsmodell und versucht herauszufinden, welche Bedingungen in der aktuellen Lebenssituation zur Entstehung und Aufrechterhaltung der Störung beigetragen haben und weiter wirksam sind. Auf dieser Basis werden Behandlungsziele festgelegt. Die aktive Mitarbeit des Patienten und seiner Bezugspersonen ist dabei unerlässlich (z.B. in der Form von "Hausaufgaben", "Protokollen" etc.). Eine verhaltenstherapeutische Behandlung ist in der Regel nach ca. einem Jahr abgeschlossen (Kurzzeitkontingent: 2 x 12 Sitzungen (und ggf. jeweils Bezugspersonensitzungen im Verhältnis 1:4); Langzeitkontingent 60 und in Ausnahmefällen 80 Sitzungen).

In der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie werden Krankheitssymptome als Folge von innerpsychischen Konflikten angesehen. In der Behandlung sollen die zugrundeliegenden unbewussten Motive und Konflikte aufgedeckt werden und eine Auseinandersetzung mit ihnen erfolgen. Durch (kognitive und emotionale) Einsichten in diese Zusammenhänge sollen Veränderungen im Erleben und Verhalten erreicht werden. Dazu ist eine vertiefte Auseinandersetzung mit der bisherigen Lebensgeschichte und eine reflektierende Haltung meist unerlässlich. Eine tiefenpsychologische Behandlung kann sich über mehrere Jahre erstrecken (Höchstkontingent bei Kindern 150 Sitzungen, bei Jugendlichen 180 Sitzungen und ggf. jeweils Bezugspersonensitzungen im Verhältnis 1:4), oder sie kann als "Fokaltherapie" auf einen klar umgrenzten Konflikt beschränkt und in einem überschaubaren Zeitraum von ca. einem Jahr abgeschlossen werden.

Neue Richtlinien ab 1.4.18: "Verpflichtende Sprechstunde": Vor Aufnahme einer Psychotherapie muss mindestens eine Sprechstunde (maximal fünf Sprechstunden) von 50 Min. bei einem kassenzugelassenen Psychotherapeuten erfolgen. Kommt es zu einer Behandlung, müssen zusätzlich mindestens zwei probatorische Sitzungen stattfinden. Ablauf: Zunächst vereinbaren wir einen oder mehrere Termine um uns kennenzulernen, und um den Therapiebedarf abzuklären. Diese Sitzungen sind antragsfrei und werden über die Versicherungskarte abgerechnet. Bei Therapiebedarf kann dann zunächst eine Kurzzeittherapie (12 Sitzungen und ggf. 3 Bezugspersonensitzungen ("Kurzzeittherapie 1"), und falls notwendig, weitere 12+3 Sitzungen ("Kurzzeittherapie 2") beantragt oder direkt eine Langzeittherapie (Kontingente vgl.weiter oben ) beantragt werden.
Es ist seit 1.4.17 auch möglich, eine so genannte "Akutbehandlung" von 12 Sitzungen durchzuführen (antragsfrei, nur anzeigepflichtig bei der Krankenkasse). Im Rahmen der Akutbehandlung wird eine krisenhafte Situation möglichst rasch bearbeitet. Danach kann die Behandlung in eine Richtlinientherapie überführt werden. Welches Vorgehen für Sie oder Ihr Kind geeignet ist, entscheiden wir gemeinsam im Laufe der ersten Sitzungen. Weitere Informationen zu den neuen Bestimmungen erhalten Sie im Internet oder in der Praxis.

Wichtige Hinweise: Verhaltensweisen, die als psychosoziale Störung in Erscheinung treten, sind nur dann Gegenstand von Psychotherapie, wenn sie Ausdruck psychischer Erkrankung sind. Psychotherapie ist als Leistung der gesetzlichen (und der privaten) Krankenversicherung ausgeschlossen, wenn sie allein der beruflichen oder sozialen Anpassung oder der beruflichen oder schulischen Förderung dient. Erziehungs- und/oder Lebensberatung sind KEINE Leistungen der Krankenversicherung. Bitte wenden Sie sich ggf. an eine (Familien-) Beratungsstelle. Ob eine Indikation für eine psychotherapeutische Behandlung vorliegt, wird im Rahmen der ersten Sitzungen durch ausführliche Gespräche, Verhaltensbeobachtung und eingehende Diagnostik entschieden. Die Diagnose einer seelischen Störung wird vom Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten nach Sichtung aller Informationen anhand der ICD 10 Kap. F gestellt. Sie kann abweichen von der Verdachtsdiagnose, mit der der Patient in der Praxis vorgestellt wurde. Es kann durchaus vorkommen, dass Sie - falls eine ambulante Behandlung aufgrund der Symptomatik nicht ausreicht - zunächst zu einer stationären (Fachklinik) oder teilstationären Behandlung (Tagesklinik) weiterverwiesen werden. Sind Medikamente erforderlich, arbeite ich mit einem Kinder- und Jugendpsychiater zusammen, da ich selbst KEINE Medikamente verschreiben darf.
Für eine psychotherapeutische Behandlung muss sowohl beim Kind/Jugendlichen als auch bei den Eltern eine Behandlungs- und Veränderungsmotivation vorliegen, damit die Psychotherapie erfolgreich sein kann. Ohne eine dementsprechend günstige Prognose darf kein Antrag auf Psychotherapie gestellt werden.

 

Anlässe, die Praxis aufzusuchen, sind z.B.: 
o Schul- bzw. Leistungsprobleme, die im Zusammenhang mit einer seelischen Störung auftreten
o Länger andauernde Schlafstörungen, die Symptom einer seelischen Erkrankung sind
o Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ADS, ADHS), wenn die Diagnose z.B. vom Kinder- und Jugendpsychiater oder vom Kinderarzt gestellt und für das Kind eine Verhaltenstherapie empfohlen wurde
o Abklärung etwaiger Hochbegabung und Behandlung damit einhergehender emotionaler oder Verhaltensstörungen (Linktipp: Infos zum Thema "Hochbegabung")
o Störungen des Sozialverhaltens / externalisierende Störungen
o Emotionale Störungen / internalisierende Störungen
o Phobische Störungen / Ängste
o Ticstörungen
o Einkoten und Einnässen
o Affektive Störungen (Depression, Dysphorie usw.)
o Zwangserkrankungen
o Ess-Störungen, eventuell auch zur Anbahnung einer stationären Behandlung
o Posttraumatische Belastungsreaktionen aufgrund Traumatisierung